Warum mindestens 20 Zeichen
Wer dein WLAN knacken will, muss nicht vor der Tür warten, bis er das Passwort errät. Bei WPA2 reicht ein Mitschnitt. Den bekommt er, sobald sich irgendein Gerät mit deinem Netz verbindet. Danach probiert er in aller Ruhe offline Passwörter durch, und dein Router bekommt davon nichts mit.
Deshalb empfiehlt das BSI für WLAN mindestens 20 Zeichen. WPA3 schützt besser gegen dieses Raten. Viele Router laufen aber im Mischbetrieb WPA2/WPA3, damit ältere Geräte weiter ins Netz kommen, und dann gilt wieder die schwächere Regel.
Erlaubt sind 8 bis 63 Zeichen. Der Regler geht deshalb bis 63, voreingestellt sind 24.
Gut abzutippen, trotzdem stark
Die Voreinstellung nimmt Klein- und Großbuchstaben und Ziffern, aber keine Sonderzeichen. Auf der Bildschirmtastatur eines Fernsehers oder Druckers liegen Sonderzeichen meist auf einer zweiten oder dritten Ebene, und jedes einzelne kostet dich mehrere Tastendrücke. Verwechselbare Zeichen wie l, I, 1, O und 0 fehlen ebenfalls, weil du das Passwort von einem Zettel oder Display abliest.
Stärke kostet das kaum. 24 Zeichen aus diesem Vorrat kommen auf 139 Bit, weit mehr als nötig.
Was nach dem Wechsel zu tun ist
Änderst du das WLAN-Passwort, fliegen alle Geräte aus dem Netz: Handys, Drucker, Fernseher, Saugroboter, smarte Steckdosen. Nimm dir dafür eine halbe Stunde und eine Liste.
Prüf bei der Gelegenheit auch das Kennwort für die Oberfläche des Routers. Das ist ein anderes als das WLAN-Passwort, und es schützt die Einstellungen. Für Besuch lohnt sich ein Gastnetz mit eigenem Passwort, das du ändern kannst, ohne dass der Drucker neu eingerichtet werden muss.